G-20-Gipfel

170 Stunden hinter Gittern

Festgenommene Kolleg/innen aus Bonn berichten von Demütigungen

(red.) Bei den Protesten gegen den G-20-Gipfel Anfang Juli sind Mitglieder des Jugendvorstands des ver.di-Bezirks NRW-Süd, weitere ver.di-Kolleg/innen und andere Mitstreiter/innen bei einer Demonstration festgenommen und anschließend über 35 Stunden hinweg in der Gefangenensammelstelle (Gesa) festgehalten worden. „Für uns kam der Angriff völlig aus dem Nichts“, heißt es in einem Betroffenenbericht der ver.di-Jugend NRW Süd. „Das war keine Festnahme, sondern ein regelrechter Überfall der Polizei auf unsere Demonstration“, erinnert sich Jugend-Vorstandsmitglied Nils Jansen.

Bevor sie in die Gesa gebracht worden seien, wurden sie zum Teil vor Ort schon mehrere Stunden von der Polizei festgehalten. Die Zustände in der Gesa waren der vorliegenden Schilderung nach „entwürdigend“. Die Kolleg/innen berichten von „fensterlosen Containern mit nichts als einer Holzbank und glatten weißen Wänden“, in denen bis zu fünf Personen festgehalten worden seien. Sie waren rund um die Uhr beleuchtet und nur schlecht belüftet, an Schlaf sei kaum zu denken gewesen. In dem Betroffenenbericht ist auch von Demütigungen und Erniedrigungen durch die Polizei die Rede.
Nach den 35 Stunden in der Gesa seien ein Teil der Betroffenen noch in die JVA Billwerder verlegt worden. Zwei von ihnen hätten sogar mehr als 170 Stunden hinter Gittern gesessen. Bis sie Kontakt zu Anwälten aufnehmen konnten, hätte es oft viele Stunden gedauert. Die ver.di Jugend des Bezirks NRW-Süd ruft jetzt zu breiter Solidarität auf und unterstützt den Aufruf „Demonstrationsrecht verteidigen“.